Above-the-Fold

Der Begriff Above-the-Fold kommt ursprünglich aus dem Zeitungsbereich und bedeutet wörtlich übersetzt "über der Falz". Dies bezeichnet den Teil der ersten Seite einer Zeitung, der sich, nachdem die Zeitung zum besseren Handling einmal waagerecht gefaltet wurde, über dem dadurch entstehenden Knick bzw. der Falz befindet. Zeitungen werden im Handel so arrangiert und zum Verkauf geboten, dass der "über der Falz" befindliche Teil der auf den ersten Blick einzig sichtbare ist. Um den Kunden zum Kauf zu animieren, sollte sich dort die interessanteste, schockierendste oder in sonstiger Weise als am wichtigsten angesehene Information befinden. Sie soll dafür sorgen, dass eine möglichst große Menge an potenziellen Kunden einhält, sobald ihr Blick darauf fällt, und zur Zeitung greift.

Im Affiliate-Marketing wurde der Begriff für Websites übernommen und beibehalten, obwohl es dort keine "Falz" gibt, über der es den wichtigsten Content zu platzieren gilt. Hier bezeichnet Above-the-Fold schlicht den Platz der Site, der beim Aufrufen im Netz als Erstes für den User ersichtlich ist, ohne dafür scrollen zu müssen. Auch hier soll der dort platzierte Content den Besucher der Seite nicht nur fesseln und zu einem längeren Aufenthalt verleiten, sondern im Idealfall dafür sorgen, dass er weiterscrollt und noch andere Beiträge entdeckt, die ihn interessieren. Die "Lust auf mehr" ist eines der Hauptziele, das mit dem Above-the-Fold-Prinzip erreicht werden soll.

Websitebetreiber sehen sich einer wachsenden Anzahl von Faktoren gegenüber, die die optimale Umsetzung des "Über der Falz"-Prinzips erschweren. Nicht nur erscheinen Seitenoberflächen je nach Browsern sowie Auflösung und Größe des Bildschirms bei verschiedenen Usern in unterschiedlicher Weise - auch die Endgeräte, die ein Surfen im Netz ermöglichen, werden vielfältiger. Bei kleinen Geräten wie beispielsweise Smartphones oder den Bildschirmen portabler Spielekonsolen mit Internetanbindung müssen andere Parameter beachtet werden als beim durchschnittlichen PC-Screen. Haben auf Letzterem ein großes Bild, eine markante Schlagzeile und noch ein paar Zeilen des dazugehörenden Artikels Platz, müssen Betreiber der Seite entscheiden, ob sie auf einem deutlich kleineren Bildschirm die Größe des Bildes reduzieren oder es ganz löschen, die ersten Zeilen des Artikels opfern oder die Schlagzeile kürzen wollen, um ein optimales Above-the-Fold-Ergebnis zu erhalten. Auch kann es, je nach Aufbau und Inhalt der Seite, vorteilhaft sein, im Above-the-Fold-Bereich stets die neusten Beiträge zu präsentieren, anstatt die wichtigsten oder die meistbesuchten.

Von Websiteentwicklern werden hier vor allem Erhebungsdaten zum Surfverhalten von Zielgruppen verwendet, um eine möglichst erfolgreiche Strategie zu gewährleisten. Die für mobile Geräte optimierte Darstellung wird inzwischen auf fast allen Sites angeboten. Hierbei spielen Überlegungen zur bestmöglichen Struktur nach dem Above-the-Fold-Prinzip eine große Rolle.